Ein paar Gedanken vorweg

Foto: junger Mann in blauem T-Shirt steht am Steuer seines fahrenden Motorboots. Hinter ihm offene See bis zum Horizont. Bild um 45 Grad gedeht.Ist Ihr Schiff auf Kurs? Haben Sie guten Wind, das Steuer fest in der Hand? Oder kommt gerade ein anspruchsvoller Seitenwind, haben Sie gar eine Flaute? Vielleicht merken Sie es – ich liebe Bilder, weil sie die Sprache unserer Seele sind.

Worum geht es? Vordergründig um Psychotherapie, allerdings in erster Linie um Sie! Um Ihre Lebenssituation und Ihre Träume von diesem kostbaren Leben.

Dazu eine Redewendung: „Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher. Doch dazu sind Schiffe nicht gemacht!“
Manche Trainer und Coaches sprechen auch von der Komfortzone. Wir richten uns unser Leben so sicher wie möglich ein und gleichen dabei einem Schiff, das sich niemals bewähren kann! Deshalb gilt: „Nur auf stürmischer See werden gute Seefahrer gemacht!“ Das passt zur Resilienzforschung, die untersucht, wie wir trotz oder vielleicht gerade wegen widriger Lebensumstände unser volles Potential entfalten können. Schicksalsschläge, Verluste, Krankheit sind genauer betrachtet eher die Regel als die Ausnahme, d. h. unser Schiff ist oftmals bereits auf hoher See. Die Frage könnte also lauten: „Was braucht ein Seemann, um so sicher und entspannt wie möglich das Steuerrad zu halten?“

„Ein Tag, an dem der Wind perfekt ist, das Segel sich nur zu öffnen braucht und die Welt voller Schönheit ist — dieser Tag ist heute.“  (Rumi)

 

Was hat eine Bergbesteigung mit Psychotherapie zu tun und was ist oben anders?

Psychotherapie kann man auch mit einer Bergbesteigung vergleichen: Im Tal ist es oftmals trübe, manchmal auch nass. Die Aussicht verheißt nichts Gutes und trotzdem: „Der Berg ruft“, d. h., erst mal losgehen wollen (!) und dann: Ranzen packen und auf geht’s …, mutig ein paar Schritte und auch ein paar Sonnenstrahlen …, dann wieder Regen …, Nebel …, welchen Weg schlage ich ein? …, immer weiter …, enge Steige …, Erschöpfung …, Angst …, ein leichter Sturz …, immer wieder der sehnsüchtige Blick nach oben …, ein wenig die ersten Ausblicke genießen …, Stolpern …, Gewitter …, dünne Luft …, Schwitzen und ein kräftiger pochendes Herz …, die Welt hinter sich lassen …, die erste Ahnung eines majestätischen Ausblicks …, Blasen …, Schmerzen …, Überwindung …,  und irgendwann der Gipfel, der Stolz, die Belohnung für alle Strapazen und diese eine Aussicht.

In der Psychotherapie gilt es auch, seinen Weg (auf den Berg) zu finden, den Wettern zu trotzen, manchmal vielleicht auch an den Rand seiner Kräfte zu kommen, letztendlich aber eine tragfähige Lösung zu finden.
Das kann für die Entscheidung zu einem bestimmten therapeutischen Ansatz gelten, die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Gefühls- und Gedankenwelt betreffen oder auch das Spüren der Kraft beinhalten, die uns dann irgendwie doch auf den Gipfel bringt.

 

Foto: (Im linken Drittel) Mann in kurzen Hosen und T-Shirt mit großem Trekkingrucksack steht auf ein Bergspitze und schaut auf eine neblige Berglandschaft mit teilweise beschneiten Gifpeln, die sich über das ganze Bild erstreckt.

 

 

Freiheit hat viele Gesichter. Haben Sie schon vom Fliegen geträumt?

Neben Bildern mag ich hinter- und tiefgründige, unvorhersehbare und spannende Geschichten (wie das Leben eben), und das hat alles etwas mit dieser Website und meiner Arbeit zu tun. Ich möchte Sie neugierig machen und erzähle Ihnen hier noch eine meiner Lieblingsgeschichten: Einmal ging ein Landwirt ins nah gelegene Gebirge und fand in einem verlassenen Adlerhorst ein Ei. Er nahm es mit und legte es zu seinen Hühnern. Bald darauf schlüpfte ein kleiner Adler, der fortan ein Leben als Huhn führte: er gackerte, scharte, fraß Würmer. Nach einiger Zeit kam ein Fremder, dessen Interesse beim Anblick des Adlers sofort geweckt wurde. Nachdem er den Landwirt gefragt hatte, begann er mit dem kleinen Adler zu arbeiten. Er machte Flugübungen mit ihm und versuchte alles, um ihn zum Fliegen zu bringen. Der erste Versuch auf dem Hof endete mit einem Sturz, der zweite vom Stalldach – nach einigen zaghaften Flügelschlägen – ebenfalls. Dann machten der Fremde und der Adler eine Wanderung ins nah gelegene Gebirge. Während dieses Aufstiegs passierte die Wandlung. Der Adler richtete sich auf, seine Augen schienen weiter und klarer zu sehen als jemals zuvor und der Fremde ahnte, dass heute ein besonderer Tag im Leben des kleinen Adlers war. Er entließ ihn hoch oben, in der Nähe seines Fundortes und genoss den majestätischen Anblick des „Königs der Lüfte“.

 

Foto: älterer Mann (Falkner) mit Blick zum Betrachter hält einen Adler mit ausgebreiteten Flügel auf seinem rechten ausgesteckten Arm mit Handschuh in die Höhe. Beschneiter Bergipfel und Himmel im Hintergrund.